Malecon statt Malle 2010

Malecon statt Malle Wie in der Überschrift erkennbar trat das Unerwartete ein. Vermutlich waren wir 7 der erste Sauerländer Kegelclub , der im Altstadtbereich ( und ich rede von der noch zu renovierenden Altstadt ) von Havanna ein Casa Particular gebucht hat. Und mit Hilfe unseres französischen Mietwagens ( 7 Personen fassender Peugeotbus ) haben wir neben Havanna auch das Vinalestal und weitere Ecken Kuba´s besucht.

     

Malecon ?

Was in Gottes Namen ist Malecon. Geschweige denn wo ist das ? So würden sicher  98 % aller Kegler Deutschlands fragen. Wir, der KC Rakete , haben jedenfalls eine weitere aussergewöhnliche Reise ( für einen Kegelclub ) unternommen.

Nach Island in Kombination mit Manhattan ( 1997 ) und Irland ( 2003 ) haben wir das Angesparte nun in CUC getauscht und uns auf Entdeckungsreise nach Havanna begeben.

Vor Ort angekommen ( gegen 22:30 Uhr fuhr der Airport Shuttle Minibus durch Havanna´s Altstadt ) blieb uns die Vorfreude im Hals stecken. Ausgestorbene Strassenzüge , die mich irgendwie an Vorstädte aus Tschechien oder Polen ( zu Beginn der 90er ) erinnerten.

Geschäfte Mangelware. Statt dessen triste und stark verfallene Häuser . Ab und an erfreute uns der Anblick der ersten OLDTIMER an den wenig belebten Kreuzungen. Das Ampelsystem lenkte uns ein wenig ab. ( Dem Fahrer wird aus jeder Richtung in rot oder grün leuchtender Schrift angezeigt, wieviel Sekunden der jeweilige Aufenthalt an der Kreuzung noch dauern wird . Klappt gut .( Ein Pkt für Fidel )

Dem Fahrer hatte ich einen Stadtplan mit der Adresse unseres Casa Particular gegeben ( Das sind private Anbieter von Unterkünften . Jedoch sind diese nur mit Fidel´s Genehmigung buchbar. Da die Regierung mitverdient geht ein Pkt. an den Westen ; 1:1 Unentschieden )

Der Fahrer war anscheinend noch nie in die Verlegeheit gekommen, diesen Teil Havanna´s anfahren zu müßen. Nach Befragung von gefährlich dreinschauenden Checker`n latainamerikanischen Ursprungs gelang es Ihm dann die Strasse von der richtigen Seite anzufahren. Das Blocksystem ist ähnlich dem carreehaften Aufbau amerikanischer Strassenzüge. Wer es begreift findet Adressen ( Da und da – Ecke Da und da ) schneller als unsereins den Döner Ali in der „So und So“ in Frankfurt Rödelheim . Von daher2:1 für Fidel .

Der Gastgeber hatte uns dann freundlich empfangen , netterweise Dosenbier in den Kühlschränken der kleinen aber sauberen Zimmer verteilt und dann die Tür nach draussen mehrfach verriegelt. ( beruhigend aber auch irgendwie nicht.. kein Pkt. , also weiterhin 2:1 für Fidel )

     

Kulturschock

Nach gefühlten 3-4 Stunden Schlaf  gab es dann aus Sicht des Vermieters wahrscheinlich schon viel zu früh Rumoren auf dem Flur.

Die Änderung der Uhrzeit war am Vorabend nicht korrekt von uns eingestellt worden. Daher standen wir statt wie vereinbart um 07:30 Uhr  schon um 06:30 Uhr zum Kaffee bereit. Egal; der Kaffee wurde vom Chef selbst in einer ital. Alukanne zubereitet. Dazu gab es Obstteller mit frischer Mango, Ananas und Papaya. Spiegeleier , Wurst , Marmelade und Honig rundeten das Mahl ab und ließen uns vergnüglicher dreinschauen. Voller Vorfreude liessen wir uns dann die dreifach verriegelte Eingangstür öffnen und riskierten einen Blick auf die uns unbekannte Welt. Ebenso staunend standen uns „Robinson´s“ dann die Nachfahren von „Freitag“ (frei nach Dafoe) gegenüber. Die Strassenkreuzung war einseitig in sonniges Licht getaucht. Die andere Seite war noch vollends im Schatten der Nacht versunken. Kinder in Schuluniform rannten durch die Strasse ; Dreiradtaxis mit “ Maggiwerbung “ ( ??? ) radelten an uns vorbei und an der Ecke wurde die Stossstange eines Oldtimers mit einem Vorschlaghammer gerichtet .

Beim staatlichen Bäcker gegenüber standen die Menschen Schlange . Als Auswahl gab es weisses weiches Brot oder weisses weiches Brot . Unser Gastgeber hatte weisses baguettähnliches Brot mit Kruste . Woher wohl; denn wenn der Bäcker gegenüber wohnt, sollte man dafür doch keine Weltreise machen müßen. Mußter er aber . Daher 2:2 für unsere Bäckergenossenschaften )

Oldtimerfahrt

Nach gefühlt 200 gemachten Fotos , bzw. gerauchten Zigaretten vor der Haustür ( man hätte die Zigaretten auch als Friedenspfeifen ansehen können ) bechlossen wir dann die „Wildnis“ näher zu erkunden. Außerdem sollte ja schon heute morgen der erste fest gebuchte Reiseblock stattfinden. ( Treffpunkt ; ein Hotel in der Nähe )
Nachdem wir 2 Strassenzüge „unverletzt überlebt“ hatten fühlten wir uns wie Kurt Russel in John Carpenter´s SFI „Die Klapperschlange“ . Vor uns öffnete sich der Blick in Richtung Key West ( Sehen konnte man die USA nicht; doch vermittelte das offene Meer das Gefühl der Freiheit )

Nach nur einem weiteren Block in Richtung Osten mußten wir dann schon wieder in die Strassenschluchten der Altstadt einbiegen. Schon selbstsicherer gingen wir rucksackbepackt dabei vor. Aufgrund der vielen fremdartig erscheinenden Gefährte aus einer längst vergangenen Zeit sahen wir die meisten der Oldtimer nur durch den Sucher der Digicams. Am Treffpunkt angekommen wurde dann die Terasse in Beschlag genommen und ein Kaffee bestellt ( Ohh und Ahh wechselten sich dabei ab, denn der Kaffee war kurz vor der Mutation zum Rohöl. Der Löffel schien darin stehen zu können. ).

Zum Kaffee wurde dann das erste Bier geordert. Der Reiseführer erschien und sprach uns erstaunlicherweise auf hochdeutsch an. Er hatte auf Kuba Germanistik studiert und führt nun schon seit 20 Jahren Touristen durch die Stadt. Wer nicht pünktlich kam, waren die Oldtimer. Aber Ihr Erscheinen versetzte die Herren Kegelbrüder dann ein weiteres Mal in Fotografierlaune. ( Gut dass es 4 GB SD Karten gibt. Und das diese mittlerweile auch bezahlbar sind )

        

Juan und Jose

Juan und Jose fuhren dann mit uns 7 ( plus dem Reiseführer ) Neubürgern durch ein anderes HAVANNA . Meist ging die Tour vorbei an Prachtstrassen ( wie dem Prado ) und bemerkenswerten Gebäuden ( wie dem Kapitol , dass bis 1959 Sitz der Regierung war. ( Herr Castro änderte dies bekanntlicherweise auf seine Weise – 3:2 für Fidel )


Wir knipsten was das Zeug hielt. Jeder der wollte durfte mal am Steuer des „parkenden“ Buick´s sitzen. Und wir liessen uns an Tourizentralsammelstellen ( wie dem Floridadita , Ernest Hemmingway´s Stammkneipe; oder dem Platz der Revolution ) wie Popstars feiern. Die Touri´s feierten aber wohl eher den Anblick der Oldtimer.

         

Die Kisten aus den 50er Jahren sind garantiert nicht geeignet für die Erteilung einer Umweltplakette. Einer TÜV Vorstellung müßten sicherlich mehrere hundert Stunden Arbeit und Tausende von €uro / US $ zur Beschaffung von Ersatzteilen vorausgehen.
Aber das würde Fidel nicht zulassen.
Eine Ausfuhr ist strengstens untersagt. Und aufgrund fehlender Originalteile werden Ersatzteile aus allen möglichen Fzg. zum Erhalt benutzt.

Was soll´s … Fidel bekommt hier unsere Unterstützung. Man stelle sich vor, dass der Ami all die Kisten aufkauft und man statt dessen nur noch langweilige Stretchlimos auf den Strassen sehen würde. Ich bin jedenfalls froh, dass Kuba in dieser Form gesehen zu haben. Daher 4:2 für Fidel .

     

Angelhaken und Trinkgelder

In den Folgetagen kam es immer wieder zu Begegnungen mit Juan ( Fahrer des pinkfarbenen Buick ) Per Handschlag wurden wir dabei begrüßt. Wie kommt sowas? Freundschaft oder Geschäftssinn? Oder war das Trinkgeld zu fett ?

2 Cuc ( 1 CUC = 0,7846 EUR ) sind doch nicht die Welt. Oder ? Wenn dies für uns nicht zutrifft, so ist dies auf Kuba sicherlich anders. Was kann man hier bloss alles von 2 Cuc beschaffen ? Zum Beispiel kann man die 2 CUC in ca. 50 Peso Nacionale wandeln. Allerdings kann ich nicht wirklich sagen welche Kaufkraft man damit vor Ort hat, denn die „Shops“ für diese zweite existierende Währung sind für Touristen tabu, bzw. nicht erkennbar.

Sicherlich gehört Juan schon zu den previligierten Personen. Der Buick ist genau wie der Verantalter in staatlicher Hand. Devisen werden dringend gebraucht. Spenden sind in jeder Form willkommen. Jeder kann alles gebrauchen. Egal ob als Sachspende oder als CUC.

Auf einem Parkplatz am Mirador ( Aussichtspunkt ) bei Matanzas haben wir dem Parkplatzwächter einen „Angelhaken mit Stahlvorfach“ geschenkt. Dieser war vollkommen perplex und staunte das Geschenk aus dem Osten minutenlang an .

Feuerzeuge, Seife und sonstige Artikel des tägl. Lebens kommen in Havanna sehr gut an. Einer Nachbarin unseres Vermieters habe ich zum Beispiel eine Tafel Lindt-Schokolade zukommen lassen. Immerhin hatte mich die gute Frau auf das Dach Ihres Hauses klettern lassen. ( 250 MB später habe ich mich dann auf den beschwerlichen Rückweg begeben, denn das Treppenhaus war eher ein Übungsplatz für Alpinisten als ein Hausflur )

All diese Dinge des täglichen Lebens sollten eigentlich für jeden zugänglich sein. Daher ein klarer Pkt. für den freien Westen. Damit steht es nun nur noch 4:3 für Fidel .

Malecon

   

Am Abend trifft sich die halbe Stadt an der Stadtpromenade . Diese heißt Malecon und verläuft längsseits der Stadt vom Hafen bis in die Vororte im Westen. Bei ruhiger See kann man ganz entspannt auf der Mauer sitzen und auf Meer hinausschauen.

Ist das Meer aber in Wallung , dann ist es fast unmöglich trockenen Hauptes auf der Promenade zu flanieren. Die Wellen schlagen dann so extrem auf, dass das Wasser bis zu 5 Meter über die Mauer nach oben und dann auf den Gehweg schiesst.

Oder man dreht sich um und schaut auf die Oldtimer . Neben den Oldtimern gibt es natürlich auch noch sonstige Schönheiten zu bewundern.

Diese werden landestypisch Chicas genannt und Grinsen jeden ( auch Nichttouris ) aufreizend an.Sagt man nein, bzw. NO, GRACIAS, dann verschwinden die Mädchen ( leider sind darunter auch schon 15-16 jährige ) genauso schnell wie Sie gekommen sind. Muß das sein ? Nein. Fidel , tu was für dein Volk und versorge es besser mit den Devisen der Touris. Trotz ständiger Präsenz der Staatspolizei konnte man den einen oder anderen Europäer mit einem dunkelhäutigen Mädchen am Malecon sitzen sehen. Daher ein glatter Punktabzug für Fidel . Hier muss sich was ändern. Deshalb steht es jetzt nur noch 3:2 für Fidel

Oldtimer 

Ein besonders schönes Exemplar konnte ich an einer Tanke auf dem Weg zum Playa de Este ( dem Stadtstrand Havanna´s ) ablichten. Der Fahrer war stolz, dass sein Auto soviel Aufmerksamkeit bekommt.

          

An dieser Tanke hatten wir dann auch ein zufälliges Treffen mit einem deutschsprachigen Kubaner , der in seiner Jugend die DDR besucht hatte. Karl Marx Stadt ( heute Chemnitz ) war Mitte der 80er seine Wahlheimat für ein Studium. Heute fährt er einen Kleintransporter und versorgt Tanken mit Ware. ( Sofern welche da ist ) . Mit stolzer Brust wies er dann auch noch auf den Deutschlandschal an seiner Kabinenscheibe hin. Nur fotografiert werden wollte er nicht damit.

Da er anscheinend immer noch Kontakte nach Europa pflegen darf ( denn den Schal hatte er während der EM 2008 in Dld. erworben ) und einen entsprechenden Sponsor dafür hat, kann man seine Scheu nachvollziehen. Fidel läßt seine Leute also auch manchmal reisen. ( Wenn mir da mal jemand was verbindliches zu sagen kann, wäre das hilfreich. Nicht das ich hier Halbwahrheiten verbreite )

Honni hatte bekanntlich Westreisen unterbunden. Daher hatte sich das Volk dann ja auch abgewandt und Karl Marx Stadt heißt nun wieder Chemnitz . Fidel, öffne dich noch mehr in Richtung „Osten “ [ 🙂 ]. 1 Pkt. – damit wieder 4:3 für Fidel

Musik

An jeder Ecke bekommt man in Havanna die volle Breitseite Salsa zu hören. Egal ob im touristischen Strassencafe, den Hotellobby´s oder den wenigen Restaurants. Manchmal überlagern sich sogar die Bands aufgrund der Nähe der Standorte zueinander. In Havanna selbst haben wir nichts „schlechtes“ gehört. **
Bei einem Tagesausflug an die palmengesäumten Strände in und um Varadero sah das anders aus. Wir besuchten dort lediglich einen Schnellimbiß an der Durchfahrtstrasse in Vardero´s Zentrum ( ho ho , ein Zentrum zum Einschlafen )
Unmittelbar nach der Bestellung der ersten 6 Bucanero ( plus 1 tuKola für den Fahrer und Autor ) kamen auch schon die Bandmitglieder aus Ihren Verstecken. Nachdem dann auch die Sängerinnen den Weg zum Imbiss gefunden hatten, ging es leider los. Uns verwöhnten Neubürgern Havanna´s konnte der Sound nicht animieren , den nach dem ersten Set noch leeren Trinkgeldbeutel anzufüttern. Ausser uns war noch ein kanadisches Ehepaar mittleren Alters auf der Terasse.
Die beiden waren schier begeistert vom karibischen Flair der Durchfahrtstrasse. Ok, wenn man aus einer 5 Sterne All Inclusive Anlage kommt, ist so ein Ausflug schon ein Abenteuer.

Wir mußten uns dann auch noch den 2. Set anhören, denn der Begriff Schnellimbiss bekommt bei einer Bestellung eines “ gebratenen Pollo mit Reis “ eine andere Bedeutung. Der Kollege Chefkoch und seine Bedienung mußten erst einmal den gemauerten Grill anfeuern. Frische Kohle drauf, 10 Minuten Luft fächeln und nach weiteren 20 – 30 Minuten war der Hahn dann auch schon gegrillt. Daß der Preis von~ 3,5 Cuc nun überhaupt nicht im Verhälnis zum wirtschaftlichen Aufwand des Imbißbetreibers stehen kann , sollte jedem klar sein. Aber unter dem Strich muß man sagen, dass der Hahn gut durchgebraten und schmackhaft gewürzt war. ( dies war nicht überall so, denn Pollo mit Reis wiederholte sich leider zu oft unter den zur Verfügung stehenden Speisen ) Für Varadero müßen wir Fidel leider einen Pkt. abziehen ( das geht garnicht !! ) Also wieder 3:3

      
Der Mann am Bass ist Mitglied der Band, die im Havanna Rum Club auftritt. Wir haben das Museum links liegen lassen und uns direkt zur Tränke begeben. Die meisten Touris waren Gott sei Dank nicht im Barraum. Wahrscheinlich ließ dies der knapp bemessene Busfahrplan der Varaderoreisenden nicht zu. Museumsrundgang und fünf Minuten im Merchandiseshop . Schnell noch ein Foto und ein verstohlener Blick in die Bar. Nur zu, denn so hatten wir den Laden fast für uns.

Cuba Libre und Mojito werden dort zu erschwinglichen ( für Europäer ) Preisen angeboten. Und bei der Live Musik macht das Trinken doppelt Spass. Ausserdem konnte das Sandwich mit Ham & Cheese durchaus überzeugen.
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Zum Thema Musik fallen mir dann noch 2 Begebenheiten ein.

1. Auf dem Weg aus der echten Altstadt zur “ Stadtmitte Süd “ konnten wir an einer Durchgangsstrasse in diverse Wohnzimmer ( und / oder andere Räume wie Küchen ) schauen. Diese offenen und direkten Einblicke in die Wohnungen sind übrigens in Havanna an der Tagesordnung. Wie auch immer; 2 unmittelbar aneinanderliegende Wohnungen verbreiteten jede für sich einen sehr sehr lauten und scheppernden Boxensound diverser Genre. Einerseits Rap o. HipHop und andererseits Salsa. Beide Bewohner saßen am Fußweg vor der offenen Tür. Ob es sich hier um einen offen ausgetragenen Streit unter Nachbarn handelte, werden wir leider nicht mehr ergründen können. Im Vorbeigehen konnte man in der 2ten Wohnung auf dem Boden, dem Tisch und sogar auf dem Sofa diverse Motor -und Karosserieteile erkennen. Und irgendwie roch es auch nach Öl. Oder war es der Dieselgeruch der vorbeituckernden Oldtimer . Fragen – keine 🙂

2. Am letzten Abend in Havanna beschlossen wir einer Kuba- Forumempfehlung zu folgen und eine Bar namens SOFIA an der Strasse La Rampa zu suchen. Da das Hotel Libre ebenfalls an dieser Strasse liegt, war zumindest die grobe Richtung klar. Aber dann ? Die Bar sollte an der Ecke La Rampa / Calle 23 liegen. Nur diese fanden wir eben nicht auf Anhieb.

Um die Sache zu verkürzen, beschloss ich jemanden nach der Bar zu fragen. Konzentriert rief ich dann die schon oft benutzten Vokabeln ab, die uns bereits des öfteren bei der Suche nach „Irgendwas“ geholfen hatten. Die Wahl fiel auf eine uniformmäßig gekleidete Frau mittleren Alters . Diese stutzte kurz und antwortete dann freundlich in fast perfektem Englisch. „Folgt mir doch einfach; Ich arbeite in einer JazzBar direkt neben dem Sofia“ . Das Sofia war übrigens dann eher ein Strassencafe ; aber mit sehr leckeren Sandwiches und perfekt arrangierter Salsa Livemusik.

Nach 22:00 Uhr gingen wir dann nach nebenan und besuchten die JazzBar. Die Dame saß an der Kasse und freute sich uns wiederzusehen. 10 CUC später suchten wir uns dann einen Platz vor der Bühne . Im Eintritt inbegriffen waren übrigens 2 Longdrinks. Also gab es jede Menge CubaLibre und Daiquiris. Die Band spielte dann perfekt dargebotenen Latin Jazz. . Der Bassist spielte sich bei einem Solo die Seele aus dem Leib. Einhändig bediente er den Bass . Mit der anderen Hand fegte er über diverse Bongo´s . Für einen der nicht in der Lage ist , mit dem Fuß und mit der Hand gleichzietig 2 Takten zu folgen war dies schon sehr beeindruckend. Der Gig und die Atmosphäre in dem Club hatten was „weltstädtisches“ . Man hätte den Laden auch durchaus an die 5th Avenue verlegen können. Aber da waren wir mit unserem Club ja schon 1997.

Zum Abschluss steckten wir der Dame an der Kasse dann noch einen deutsch-kubanischen Freundschaftspin an`s Revers. ( stellvertretend für die Freundlichkeit der Kubaner generell )

Auf dem Highway

…ist bekanntlich die Hölle los. Anders auf Kuba. Da ist fast immer tote Hose. Sicher, der eine oder andere Truck ist unterwegs . Aber irgendwie sieht man auf den Ladeflächen mehr Menschen (Massentaxi) als – Wirtschaftsgütertransporte.
An fast jeder Ecke , wo Brücken die Bahn kreuzten, saßen massenweise Menschen. Meist stand auch ein militärisch gekleideter Staatsdiener dabei und kontrollierte „Irgendwas“. ( uns ließ man jedenfalls immer freies Geleit. Selbst als wir uns bei 110 Sachen mittels der geöffneten Schiebtür Frischluft während der Fahrt verschafften ) Es ist aber auch denkbar, dass er die Trucker zur Not mit Staatsgewalt zur Mitnahme der Wartenden bewegte.

Pferdefuhrwerke gehören auf der Autobahn ebenfalls zum Normalzustand. Oder es kreuzt einfach mal ein mit Stroh -o. Palmwedeln bepacktes Lastpferd nebst menschlicher Begleitung. ( diese Cowboys trugen gewaltige Macheten mit sich herum. Gleiche wurden ebenfalls zum Heckenschnitt an diversen Abschnitten der Trasse eingesetzt. )

Schlaglöcher sind an der Tagesordnung; hileten sich auf dem Highway aber durchaus in Grenzen. Streckenweise war die Strasse sogar besser geteert als die B1 zwischen Bochum Stahlhausen und Essen Kettwig.

Auf der Fahrt nach Vinales war der Weg bereits das Ziel. Hat man den Highway erst einmal gefunden, ist der Rest Kinderkram. Die Beschilderung ist bis zur Ausfahrt vorbildlich. Danach muß man allerdings schon mal Abstirche machen . Kurze Frage aus dem Auto – “ Direccio’n Vinales ? “ . “ Pues Claro“ … Wir dachten schon Vinales wäre nach der Bahnausfahrt schlecht ausgeschildert gewesen. Doch nachdem wir uns das wirklich beeindruckende Tal des Tabak´s vom Tourimirador angeschaut und digitalisiert hatten, wollten „Dirk und Dirk “ dem schwitzenden und durchgeschaukelten Rest ein wenig Erfrischung verschaffen.

Ein Blick auf die Karte und die Entscheidung für den Weg zum „Haus am Meer “ war gefallen. Die Halbinsel Cajo Jutias sollte es sein. Was sind schon die 30 km ( dachten wír jedenfalls ) . Es ging rauf und runter, links und rechts und immer wieder waren wir auf der Suche nach Hinweisen . Die Landschaft um uns herum lenkte die Unwissenden ab. Leider war der Bestand an Dosenbier aufgebraucht. Doch knapp 2 Stunden später ( für 30 km ) waren wir dann auch schon da. Für 5 CUC pro Nase liessen uns die Staatsdiener dann die Schranke hoch. ( irgendwie lächerlich, denn wer hier hinfährt, der kommt nicht um das Naturschutzgebiet zu zerstören, sondern um sich die Beine im karibischen Atlantik abzukühlen. Erneuter Pkt.-Abzug für Fidel Nur noch 2:3 .

Die wunderschöne Muschel, über die ich beim ersten Stop förmlich stolperte, haben wir später im Zierbrunnen unseres Vermieters gelassen. Wer weiß ob der deutsche Zoll davon begeistert gewesen wäre. So erinnert das Teil unsere Vermieter wenigstens immer an den ersten Sauerländer Kegelclub im Haus.

Nach einem gegrilltem Fisch ( ein wenig weniger Hitze hätte Ihm gut zu Gesicht gestanden; denn irgendwie war der Zustand schon frittiert ) , einer Ladung Bucanero´s und einer 1h Life Musik verliessen wir den wahrscheinlich einzigen „kommerziell erschlossenen Strandabschnitt“ der Halbinsel dann wieder . Der Fahrer fürchete die Dunkelheit auf der Bahn. ( OK, man mußte die Bahn ja mal erstmal erreichen ) Viel schlimmer wäre ein Totalausfall des „Franzosen“ gekommen. Wir waren im „Nichts“ und die vielen westerntauglichen Fasangeier waren keine Attrappen.

Es klappte erstaunlich gut. Jeder erinnerte sich an Kreuzungsbereiche und am Strassenrand hervorstechende Dinge. ( und derer gab es genug. Z.Bsp. der Typ, der in der Hocke sitzend im Nirwana auf „Irgendetwas“ wartete. Wahrscheinlich wartet er noch heute dort )

In Pinar del Rio ( irgendwie hatten wir dann doch nicht die gleiche Strecke gefunden ) kamen wir in den Feierabendverkehr einer gefühlten „Industriestadt“ . Wir beschlossen die Staatsgewalt anzusprechen. “ Donde esta la Autopista a Habana ? “ Der auf einer Art Harley sitzende Sheriff wies uns in kurzen Worten den Weg. Wir sollten jedenfalls irgendwann rechts abbiegen. Nur wann ? Wir fuhren bei offener Scheibetür durch den Vorort. Die Sonne stand tief und Unsicherheit bzgl. des richtigen Weges machte sich breit. Plötzlich bemerkte ich im Rückspiegel ein “ Aufleuchten“ des Harleyscheinwerfers. Per Lautsprecher belegte uns der Sheriff mit Flüchen und / oder Hinweisen. Wir beschlossen zu weit gefahren zu sein, zu drehen und die nächste links zu nehmen. Am Ende die richtige Entscheidung. Er fuhr jedenfalls weiter und glaubte, uns nun eindeutig den rechten Weg erklärt zu haben. Hatte er ja auch ……Danke Fidel , erneut 3: 3

Nach Stunden beschlossen wir im Halbdunkel eine Raucherpause einzulegen. Mitten auf der Autopista hielt ich den „Franzosen“ an und ließ die Jung´s für ein paar Minuten Freundschaften mit Moskito´s schliessen. Einer von uns suchte jedenfalls in den Folgetagen Havanna´s sehenswerte Apotheken auf und suchte nach passenden Salben . Die Stiche mutierten zu grossflächigen giftverseuchter Flecken. Ein Andenken an einen schönen Tag .

Die Nacht brach herein und aufgrund der spärlichen Besiedlung und der geringen Anzahl an Fahrzeugen auf dem Highway fuhr man durch dieselbige. Im Dunstkreis von Havanna wurde es zwischenzeitlich immer wieder hell . Blitze schlugen aus dem Nachthimmel. Wir kannten das, denn in NY (1997) erwischte uns ein solches Sommergewitter kurz nach dem Besuch auf dem Empire State Building.

Das dann folgende Gewitter hätte man auch gut als „Hochdruckreinigung für Oldtimer“ vermarkten können.

Die Gulli´s der Vorstadt liefen bereits über, Kreuzungen wurden zu Seenplatten und zu allem Überfluß drehte Fidel dann aus Sicherheitsgründen auch die Hauptsicherung heraus. Es wurde dunkel ! Sämtliche Strassenlampen , Ampeln und sonstige Beleuchtungen der Häuser gingen auf einen Schlag aus. Erschwerend kam dann noch hinzu, dass sich der rechte Scheibenwischer in der Halterung verdrehte und kurz vor dem Absprung war. ( Dirk, der Beifahrer beschloss zu duschen und montierte das Teil ab. Den Arm stellte er hoch, sodaß sich dieser dann hilflos im Takt des noch funktionalen Wischers in der Luft bewegte. )

Eine Coco-Taxi-Fahrerin schaute mich an einer Kreuzung flehend von links an. Ich schätze Sie wollte mir andeuten, dass ich beim Anfahren doch sehr vorsichtig agieren solle. Denn schnell fahrende Autos sorgten aufgrund des Wasserstandes für meterhohe Fontänen. Sie war zwar nicht mehr als trocken zu bezeichnen, doch den Tsunami meines linken Vorderreifens hätte sie vermutlich nicht überlebt .

  ( Coco mit Kegelbrüdern  und einem Fahrer )

Ende gut alles gut. Wir fanden aufgrund eines entscheidenden Hinweises eines hilfsbereiten Kubaners die richtige Wasserstrasse zum Malecon und von dort war es ein Kinderspiel. Schnell haben wir dann noch den Wagen im „Parque Ferme`“ geparkt ( für umgerechnet 1,5 €uro (24h) konnte man den Wagen bewachen lassen ) und eine Flasche Rum ( negro-7 Annos ) als Gute-Nacht-Getränk erstanden.

Ein spannender Tag neigte sich dem Ende. Im Haus angekommen mußte man vorsichtig die glitschige Treppe hinaufgehen. Das Wasser hatte sich an der Fassade des Nachbarhauses den Weg in den Flur gesucht. Denn der Flur war eigentlich nichts anderes als eine nach oben abgedeckte Baulücke zweier Häuser.

Resumee

Was macht eigentlich das Punktergebnis ?

Typisch Kapitalismus. Wir zählen und bewerten . Wir sollten es mehr mit dem Lebensstil der Kubaner halten . Lebe den Tag.

Nicht unkritisch muß man aber trotz aller positiven Begebenheiten dieser phänomenalen Kegeltour erwähnen, dass uns an einem Abend die jüngste Vergangenheit der deutschen Geschichte eingeholt hatte. Wir hatten bei unserem Reiseveranstalter nur 2 Dinge vorgebucht. Die oben beschriebene Oldtimerstadtrundfahrt und eine Blockwartparty .Grillen, Salsa und Karibikflair unter Kubanern. Das Ganze sollte lt. Veranstalter im Umfeld einer sozialen Einrichtung ( Krk.-Haus , Kinderheim o.ä. stattfinden ) Das Taxi kam pünktlich und brachte uns gegen 19:00 Uhr ( also nach Sonnenuntergang ) in den Nordteil Havanna´s .

Die Strassenzüge war durchaus vergleichbar mit unserer Wohngegend. Ich stelle mir gerade vor, dass Gäste eines Hotel´s am Prado in ein solches Viertel gebracht worden wären . Ok, uns schockte das sich bietende Bild jedenfalls nicht.

Leicht irritiert waren wir aber über eine ca. 70 jährige Dame , die uns aus der 4. Etage zum Hochkommen animierte. Wir stiegen mutig die Treppen des dunkelen Hausflur´s hinauf und Frau Castro ( nennen wir Sie einfach mal so ) erwartete uns gestikulierend am Eingang Ihrer Wohung. Gut, wir waren 7 und Sie hatte keine Waffen. ( zumindest sahen wir keine ) Das Foyer Ihrer Wohnung war gleichzeitig Küche, Esszimmer und Wohnzimmer. Schränke und Wände waren vollgestellt, bzw. gehängt mit „Nippes jeder Art“ . “ My Home is your Castle“ Soweit Frau Castro´s Begrüßung in Englisch. Sie führte uns dann den Flur entlang und der Weg führte sogar durch Ihr Schlafzimmer . Dieses hatte Gott sei Dank noch eine 2. Tür . Jene führte uns auf eine sehr grosse Dachterasse .

Dort saßen weitere 8-10 Kubaner ( jeglichen Alters und Geschlechtes ) und zu unserem Erstaunen noch weitere Touri´s (besser gesagt europäische Touristinnen) War es Zufall, dass die Damen ebenfalls zu siebt waren ? Das Erstaunen ging über in Bewunderung. „Mensch, die trauen sich was“ .

Wir alle saßen kreisförmig auf Plastikstühlen und bildeten einen kubanisch – europäischen Gesprächskreis. Gut, dass Frau Castro noch nichts von einer Vorstellungsrunde gehört hatte. Man stelle sich vor, wir hätten uns einen Plastikball in Landesfarben zuwerfen müßen.

Dafür aber hat Sie uns die Vorteile ( Nachteile wurden ausgespart. Oder gibt es etwa keine ? ) der Revolution erläutert. Die Reden Frau Castro´s wurden übrigens von einer deutschsprachigen Kubanerin übersetzt. Deshalb wurden die Inhalte leider nicht interessanter.

Es ging unter anderem um den nett dreinblickenden Rentner aus der Runde. Er würde im Block die Augen aufhalten ………………… ( Wer will, kann ja mal den Link kopieren und sich bei Wikipedia die Kritik zum CDR durchlesen . ) CDR bei Wikipedia Den Erläuterungen folgten dann Kaltgetränke aus einem 30 Liter Plastikeimer des gleichen Granulates der Plastikstühle. Mittels einer Gusskelle wurden Becher ( Plastik ) mit einer Art Fruchsaft verteilt und allen Anwesenden wurden spärlich gefüllte Teller ( selbstverständlich aus Plastik ) aus der Küche gereicht.

Der Rentner sang dann noch das Cheguevara Lied und begleitete sich dabei an der Gitarre. Das Lied wurde um weitere, scheinbar spontan gesungenen Strophen ergänzt. Die Auswahl der Sänger / innen wurde selbstverständlich von Frau Castro bestimmt. Ebenso klar war die Anweisung., dass nun der Tanz eröffnet sei. Ein Boosterradio verbreitete Salsasound und die kubanische Damenwelt suchte verzweifelt nach Opfern. ( Von uns ließen sich nur die beiden Dirk´s überreden. Reine Höflichkeit )

2-3 der Tourifrauen zeigten dann auch was Sie bisher gelernt hatten. Immerhin hatten Sie den beschwerlichen Trip über den Atlantik nur wegen eines Salsakursus gebucht. Um die Bewegungsfähigkeit der Gastgeberinnen zu erlangen sind sicher wohl noch viele Reisen erforderlich.

Trotz der scheinbar lockeren Atmosphäre dachten alle noch unterschwellig an die merkwürdigen Aufgaben der Committeemitglieder. ( Strasse aufräumen, bzw. aufräumen lassen ! ? ) Und vor allem dachte man daran, dass Frau Castro seit 1961 ununterbrochen die Präsidentin der Strasse, bzw. des Blockes ist. ( Am Ende ist Sie vielleicht sogar die echte Frau Castro, denn die Revolution war 1961 noch jung . )

Zum Schluss habe ich Ihr dann auf Nachfrage mitgeteilt, dass unser Kegelclub ( wir hatten uns als Bowlingspieler geoutet ) keinen „Chefe“ hätte. Wir wären demokratisch organisiert und würden gemeisame Entscheidungen treffen. Die Übersetzung war wohl nicht nötig, denn das Wort Demokratie schien durchaus bekannt zu sein. Aus irgendeinem Grund hatte jeder von uns die Kamera an diesem Abend zu Hause gelassen. Daher gibt es von diesem Abend keine Bilder ( „Moment , es gibt doch welche.“ ) Unsere Gastgeber hatten eine Digi-Cam . Wir wurden mehrfach abgelichet und befinden uns sicher jetzt im Fotoalbum von Frau ( evtl. auch von Herrn ) Castro.

Man stelle sich vor, dass es ein solches Committee in jeder Strasse Havannas, bzw. Kubas gibt. Zurück im Casa Particular fiel uns dann auf, dass nur 2 Häuser weiter ein Schild mit dem Namenszug “ CDR “ hing. Am Folgetag sahen wir das Logo dann an jeder Ecke hängen. Und instinktiv suchten wir auch in jeder Strasse den “ älteren Herren“ und dessen Team .

7 spannende Nächte und Tage haben wir im Viertel verbracht. 7 jährigen Rum haben wir mind. 14 mal als 0,7 Lt.-Flasche erstanden. 7 Kegelbrüder mit diversen körperlichen Beschwerden ( Rücken, Knie, … ) werden die nächste Tour sicher am Sondergepäckschalter beginnen. Denn Rollatoren muß man bestimmt als solches aufgeben. Bis dahin gilt es jetzt 7 Jahre zu kegeln.

Die Tour nach Kuba war übrigens das Produkt einer Internetabstimmung. Wir hatten auf unserer Clubseite 3 Ziel zur Auswahl gestellt. Moskau , Kapverden und Kuba . Danke , dass sich gut 60 % der Besucher für Kuba entschieden haben…..

Salud

Dirk

Hohe Hausnummer ( mal anders )

Beim gestrigen Kegelabend hat der amtierende König ( Horrido ) eine tolle Variante der ansonsten lanweiligen „Hohen Hausnummer“ vorgestellt. ( Udo 22.12.2010 ) Wir waren zu sechst und haben im Losverfahren 2 Dreierteams gebildet .

In der gelosten Reihenfolge werfen die Spieler in die Vollen. Das Wurfergebnis kann dann frei wählbar im eigenen Spielfeld platziert werden.Dabei spielt es keine Rolle in welcher Spalte oder Zeile die Zahl notiert wird. ( Der Spieler bestimmt selbst wohin. Seine Mannschaft hat kein Mitspracherecht. . .. )

Je höher der Wurf, desto eher sollte man die Zahl in die unterste Zeile setzen.

Bildschirmfoto 2014-02-01 um 19.27.46

Bestenfalls könnte man so eine Hausnummer 9 9 9 bekommen. Wirft die andere Mannschaft nur eine 9 9 8 in der gleichen Zeile ihres Spielfeldes, dann hätte Team 1 gewonnen und jeder Kegler der anderen Mannschaft bekommt 3,00 DM aufgeschrieben. Die Zeilen darüber haben natürlich auch eine Wertigkeit. Wir hatten 2,50 DM, 2,00 DM , 1,50 DM und 1,00 DM. Nicht preiswert ? Stimmt , aber wir wollen ja auch wieder auf Tour…….

Ein sehr einfaches, aber spannendes Spiel.

Schiffe versenken

Jason alias Dirty D hat das gute alte Schiffe versenken zum Kegelspiel transformiert.

Wir haben aus den Keglern des Abends zwei Mannschaften gelost. ( Wobei das Spiel auch für Einzelspieler geeignet wäre )

Trotz der schlechten Qualität des Bildes müßte man erkennen können, wie das Spiel aufgebaut wird . Jede Mannschaft erhält fünf Schiffe . Jedes ist mit Zahlen oder möglichen Kegelergebnissen gefüllt.

Schiff 01  –  eine 2

Schiff 02  –  drei mal eine 3

Schiff 03  –   4 mal eine 5 und zwei mal eine 1

Schiff 04  –  je eine 8 – eine 5  und eine 9

Schiff 05  –  je 2 mal die 6  und die 7

Spielziel ist es , das gegnerische Schiff abzuschiessen.

Bsp. :

Spieler A beginnt und wirft eine 2. Damit kann er das Schiff des Gegners versenken.

Spieler B des Gegners ist dran und wirft eine 5 . Wo auch immer eine 5 der anderen Mannschaft steht….. Er kann Sie wegwischen. Da nur mit einer 5 kein Schiff versenkt werden kann, hat dieses nur ein wenig Schlagseite ……

Und so weiter…. Wenn das Schiff des Gegners keine Zahl mehr aufweist, wird es komplett weggewischt und damit abgeschossen.

Jetzt kommt aber der Clou . Wirft ein Spieler eine 4 ( wer genau hingesehen hat wird feststellen, dass kein Schiff eine 4 an Bord hat ) , kann er das Boot der eigenen Mannschaft wieder komplettieren. Heißt, dass im Falle einer fehlenden 3 im Boot 02 die dritte 3 wieder eingetragen werden kann. Ist ein Boot aber leer geschossen, dann ist es wegzuwischen und kann auch nicht wieder reaktiviert werden.

Sollten im Spielverlauf Zahlen geworfen werden die beim Gegner nicht mehr vorhanden sind, dann war der Wurf ein Fehlschuß und es passiert nichts weiter an der Tafel. Es wird solange gespielt, bis eine Mannschaft komplett abgeschossen ist. Pudel werden selbstverständlich parallel aufgeschrieben. Jedes Schiff hat den Gegenwert von einer DM. Ist es weg, dann bekommt jeder Spieler als Strafe eine DM aufgeschrieben. Hochgerechnet auf Euro ist der Maximalverlust damit 2,50 € pro Spieler.

Tresorknacken

Michael hatte sich mal wieder was besonderes überlegt. Parallel zu einem lfd. Standardspiel musste jeder Kegler nach seinem regulärem Wurf eine weitere Kugel auf ein volles Bild machen. Dieses wurde 5 * mal wiederholt, sodass am Ende neben jedem Namen 5 Zahlen standen ( Holz war Pflicht ) . Während des lfd. Spiels hatte uns Mareike ( unsere herzallerliebste Verpflegungsfachkraft ) nach und nach über ebenfalls 5 von Ihr festgelegten Zahlen zwischen 1 – 9 informiert. Bei jedem gebrachten Bier schrieb Sie uns eine Zahl an die Tafel. Michael hatte vorab das Ziel ausgegeben, dass wir eben diese Zahlen erreichen sollten. Gut, geklappt hat das nur ansatzweise. Am Ende der Runde konnte dann jeder sein Ergebnis in Bezug auf die Reihenfolge umstellen . Gleiches machte dann auch Mareike …

Bsp. :

Ein Kegler hatte ein 4 – eine 6 – eine 8 – eine 4 und eine 3 geworfen.
Zum Schluß stellte der Kegler dann die Reihenfolge seiner Zahlen um. 6 – 8 – 4 – 4 – 3
Mareikes Zahlen und die dann hergestellte Reihenfolge waren 7-5-4-6-8

Jetzt wurde dann bei jedem abgerechnet .

Posistion 01 des Keglers – eine 6
Position 01 von Mareike – eine 7
Macht einen Abstand von 1 ( dieser Abstand hat den Wert von 0,10 DM )

Posistion 02 des Keglers – eine 8
Position 02 von Mareike – eine 5
Macht einen Abstand von 3 ( dieser Abstand hat den Wert von 0,30 DM )

Posistion 03 des Keglers – eine 4
Position 03 von Mareike – eine 4
Macht einen Abstand von 0 ( dieser Abstand hat den Wert von 0,00 DM )

Am Ende kommen somit in Summe 1,10 DM Strafe für den Kegler dabei raus. Je nach Glück ( oder Pech ) kann das Ergebnis natürlich auch ganz anders aussehen. Hast Du zum Bsp. eine 1 an Pos 01 und die Bedienung Eurer Kneipe hat eine 9 auf der Position 01, dann sind schon nur mit einer Zahl 0,80 DM fällig. Schönes Spiel und die Bedienung Eurer Kneipe freut sich über die Kreativität Ihrer Gäste :- )

Glücksrad

Ein weiteres erfundene Spiel wurde Glücksrad getauft, denn je nach Glück oder Unglück kann es einen relativ schnell treffen (ohne das man sich erwehren kann). Aber eins nach dem anderen. Als erstes wird der Startkegler gelost. ( Karte ziehen oder würfeln. Völlig egal . Steht der Startkegler fest läßt dieser das Rad drehen. Und zwar auf Basis der geworfenen Holz.

Wirft er eine 2 ( also eine gerade Zahl ) , dann dreht sich das Rad nach rechts. Bei sich selbst beginnend zählt man dann weiter und setzt einen Punkt ( oder Strich ) in das Feld des getroffenen Keglers ( hier im Beispiel war es Kegler 2 ).

Wirft er eine 3 dreht sich das Rad nach links. Ebenfalls bei sich selbst beginnend zählt er weiter zum Kegler Nr. 5.

Jeder Strich ( oder Punkt ) hat sofort eine Strafe zur Folge.  Der Getroffene ist der nächste Kegler. Je nach Taktik und Geschick kann man so gezielt einen anderen Kegler schädigen. ( denkt dran. gerader Wurf = rechts rum; ungerade = links rum zählen. ) Hat ein Kegler III  ( drei ) Striche , dann ist die Runde beendet und es wird abgerechnet. Es verliert aber nicht nur der Kegler mit den III Srichen, sondern auch jeder andere, der einen Strich auf dem Konto hat. So könnte es im Worstcase dazu kommen, dass total 6,50 DM für Runde I notiert werden können. 5 Kegler könnten II Striche haben und der 6te hat III Striche.

Wir haben es so gespielt, dass wir das Rad drei Runden gedreht haben. In Runde I war wie gesagt ein Strafpunkt 0,50 Pfennig Wert. Für die Runde II und III haben wir um jeweils 0,25 Pfennig erhöht.

3 * 9

3 x 9 ist anhand der nachstehenden Tabelle selbsterklärend.

Das Spiel beginnt mit Wurf 1 des Keglers 1 . Dieser hat im Beispiel eine 5 geworfen. Ziel war es aber, eine 9 zu werfen. Siehe Überschrift aus der Spalte. Die fehlenden 4 Holz zur Zielvorgabe von 9 werden sofort zu einer Strafe gewandelt. Aus 4 wird 40 ( Pfennig bei uns ) Kegler 2 folgt und wirft eine 7. Macht 20 Pfennig Strafe. usw usw…..In der zweiten Runde wirft Kegler 1 eine 7 . Addiert ergibt das 12 ( Abstand zum Ziel ist 6 und damit wird die Strafe mit 60 Pfennig notiert. ) In der dritten Runde war das Ergebnis dann 20 ( wegen der geworfenen 8 ( Abstand zum Ziel von 27 ist 7 und damit holt der Kegler sich noch 70 Pfennig Strafe dazu. ) Total bekommt der Spieler 170 Pfennig notiert.

Bildschirmfoto 2014-02-01 um 19.00.46

Würfelspiel

Man braucht nicht mehr als einen Würfelbecher .

Jeder würfelt mit drei Würfeln eine Zahl.    ( von Henning ; 29.10.2010 ) Bsp. Einer der Einzelspieler würfelt eine 621 .  An der Tafel werden die Zahlen unter dem Namen der Mitspieler notiert. Spieler 1 beginnt und versucht mit drei hintereinander geworfenen Wurf in die Vollen die Zahl zu verändern. Ziel ist es soweit wie möglich auf Null zu kommen. Gespielt wird in drei Runden , wobei jeder Kegler in jeder Runde 3 Wurf macht. Die in der letzten Runde gebildete Zahl stellt die Strafe dar.

Der Kegler wirft am obigen Beispiel zuerst eine 5  ( damit reduziert sich die Startzahl auf der Hunderterstelle um 5 )

Statt 621  Neue Zahl = 121.
Sein zweiter Wurf war eine 3 . ( damit verändert sich die Zehnerstelle nun wie folgt.  -3  geht nicht ; also auf 0 runter und dann auf  1 hoch )

Statt 121   Neue Zahl = 111
Sein dritter Wurf ist eine 3 ( -3 geht nicht , also runter auf 0 und dann auf 2 hoch  )

Statt 111  Neue Zahl 112
Diese Runde wäre damit optimal für den Spieler gelaufen.

Spielt er aber in den nächsten zwei Runden so, dass anstatt der noch erforderlichen zwei Treffern der Bauern 5 , bzw. und für die Einerstelle eine 4 fallen , dann sieht sein Ergebnis wie folgt aus .

1 -5 geht nicht , also steht am Ende eine 4 vorn.
1 -3 geht nicht, also steht auf der Zehnerstelle dann eine 2 .
2 -4 geht nicht, also steht der der Einerstelle dann auch eine 2

= 4 2 2  ( macht als Strafe 4, 22 DM * )

Ein teures Spiel ? Ok , aber unsere Touren gehen ja auch nicht nach Malle . . . .

Kegelspiele

Kegelspiele  gibt es viele. Aber 3 Wurf in die Vollen oder hohe Hausnummer kann jeder . 
Das soll nicht heißen, dass wir an den Kegelabenden nicht auch Lotterie oder Sechs-Tage-Rennen spielen würden. Allerdings ist der Tafeldienst jeden Abends in der Verpflichtung ein neues Spiel vorzustellen. Da waren durchaus schon Spiele dabei, die man hätte öfter spielen können. Doch leider verblassen die Erinnerungen an das Regelwerk oftmals relativ schnell . Daher soll diese Rubrik nun helfen, die besten Spiele dieser Art zu konservieren. Der Erfinder des Spiels muss ab sofort eine Kurzerklärung niederschreiben, skizzieren oder selbst „posten“ (  TAG = Kegelspiel )

Irland 2003 , Part I

Nach unserer letzten Tour ( USA und Island – 1997 ) hatten wir nun Irland als Reiseziel auserkoren . Das Package der Reise hatten wir über den Anbieter SHAMROCK-REISEN aus Hagen / Westf. gebucht.

Der Veranstalter versprach uns mit der Namensgebung der Reise einiges . . .

Und ? Guinness Tour – der Name war durchaus Programm.

Gleich am Gate in Shannon trafen wir den bisher nur vom Telefon bekannten Chef von Shamrock-Reisen. Er stellte sich als Franz vor. „Wie der Kaiser ; nur dass er mit Nachnamen König heißen würde „. Franz hatte das Unternehmen gerade an seine Tochter überschrieben und hatte nun als Rentner erstmals die Möglichkeit, die beliebte Guinness – Tour selbst zu begleiten.

Franz buchte dann ein Großraumtaxi ( erst sollte es ein Vito sein, doch hätten wir entweder nur das Gepäck oder nur uns in den Wagen bekommen. Wir packten uns und die Klamotten dann in einen Ford Transit ) Unmittelbar danach  fuhr er uns zum ersten Highlight des Tages. Ein Torfstechermuseum in Shannon . Nicht dass wir uns großartig mit der Geschichte der Torfstecher in diesem Freilichtmuseum beschäftigen sollten. Franz meinte, dass wir diesen Teil Irlands noch später kennenlernen würden.

Statt dessen sollten wir das erste Guinness des Tages in einem der ältesten Pub´s Irlands zu bestellen. Er gab uns eine Stunde Zeit und zahlte am Eingang die Tickets. Kurz drauf gab es die erste Runde des leckeren Schwarzen . Nur Michael wählte ein Carlsberg.  Daran hielt er in den Folgetagen dann auch tapfer fest .Ganze 55 Glas Pint = 0,568 Liter ) Carlsberg hat er sich bestellt. ( das entspricht erschreckenden 31,24 Liter Carlsberg )

Gut, dass wir fünf anderen da zurückhaltender waren. Denn wir variierten die Order und tranken mal Guinness und mal Murphy´s Stout. ( Nur soviel; wir bestellten keine Half Pints ) Für alle Nicht-Mathematiker unter den Lesenden ergibt sich somit ein Verzehr von insgesmat 187,44 Liter Bier  Das Pint lag 2003 im Schnitt bei 3,30 € ( das entspricht erschreckenden 181,50 € pro Kegler – oder total 1089 € )

Nach dem Schnupperkurs

in Sachen Guinness ging es dann zurück zum Ford und Franz. Dieser rannte wie aufgedreht um den Bus herum. Er hatte den Diesel nach der Ankunft abgestellt und wollte uns nun entgegenkommen. Jedoch wollte das Urgestein der Kölner Transporterschmiede  den Funken nicht überspringen lassen. Mit anderen Worten; die Karre sprang nicht mehr an. Die Truppe saß voller Tatendrang in den Sitzreihen und begriff erst überhaupt nicht die Aufregung des Kutschers. Was auch immer Franz mit dem Zündschlüssel anstellte, der Diesel wollte nicht zündeln. Es gab diverse sinnvolle und jede Menge völlig sinnlose Vorschläge der Kegelbrüder. Das ganze Drama endete mit dem entscheidenden Hinweis, vor dem Zünden die Bremse zu treten . ( natürlich bei getretener Kupplung  ) Einer von uns muß wohl mal auf einem Stapler gesessen haben; denn bei diesem Gefährt geht ohne Bremse auch nichts .

Natürlich mußte Franz sich den Spruch “ Bremse treten “ vor Antritt jeder weiteren Fahrt in der kommenden Woche anhören . Wer sagt denn, dass Kegelclubtouren des KC-Rakete nicht auch als Weiterbildungsmaßnahme angerechnet werden können . . . .

In Glenbeigh angekommen wurden erst einmal die Zimmer bezogen. Wir wohnten in einer Bed & Breakfast Pension im Center von Glenbeigh. Gegenüber war jedenfalls eine Zapfsäule ,ein Shop und ein Antiqitätenhändler. Kurz gesagt mußte dieser Bereich des Dorfes wohl die Stadtmitte Süd gewesen sein.

Uns war überhaupt noch nicht aufgefallen, dass in unmittelbarer Nähe zwei von „gefühlten 10 Pubs “ des Ortes waren. In einem davon wurde dann nach dem Abstellen der Koffer ein Willkommensdrink genommen. Ein irischer Pay Tv Sender strahlte ein Rugby-Match zwischen Munster ( ein Landesteil Irlands ; so wie das Sauerland in Deutschland ) und einem Team aus der Bretagne ( Frankreich ) aus. Mir jedenfalls ist Bundesliga – Fußball lieber. Wir spielten im durchaus gemütlichen Pub Skat und knobelten um die nächste Runde ( Na ja,  wir soffen eh aus der Kasse, bzw. hatte jeder von uns 500 € Taschengeld für die 7 Tage  )

Anschliessend ging es dann zum nächsten Pub. Zumindest war dies der erste Eindruck. Franz kam dazu und fragte nach dem Ergebnis des Matches . Ehrlich gesagt hatten wir das Match nicht wirklich zu Ende gesehen. Ganz im Gegenteil zu den Maureren , Schreinern und Bauern, die mit uns gleichzeitig im Pub waren . Außerdem hatten wir Schmacht und warteten auf das erste warme FOOD des Tages. Franz erkannte dies und ließ die Einladung zum Apperetiv aus. Der Wirt des Pubs war sehr gut bekannt mit Franz. Kein Wunder, denn Franz wohnte schon seit Jahrzehnten mit seiner irischen Frau im selben Ort.

Abseits des Pubbereiches bot das Haus dann einen weiteren Raum, der bzgl. des Ambientes einen totalen Kontrast datstellte.

Edle Möbel , Schnittblumengefüllte Vasen und eine toll gedeckte Tafel versetzten uns in eine völlig andere Szenerie. Gut sieben Jahre nach der Tour fällt es mir allerdings heute schwer , dass Essen an dieser Stelle zu bewerten. Fakt ist, dass wir uns nicht für Wein entschieden und wieterhin an Guinness und Carlsberg festhielten. Wir wurden satt und wanderten nach dem Warm-Up weiter in den nächsten Pub. ( das Essen war übrigens Bestandteil der Tour und belastete daher nicht die Taschengeldbörse )

Das Towers ist a) ein Hotel, b) ein Restaurant und c ) ein Pub. Und was für einer.

Jegliche Erwartungshaltung an einen irischen Pub und dessen Gäste wurde erfüllt. Immerhin hatten wir neben dem Museumspub ja schon 2 weitere Schankräume in Glenbeigh besucht. Dort ging es jedenfalls beschaulicher zu. Sicherlich konnte man die tolle Stimmung auch der Livemusik und dem Alkoholkonsum der „Regulars“ zuschreiben. Die Gäste waren aus jeder Altersgruppe. Soll heißen, dass man Kleinkinder vorfand – deren Eltern , Jungvolk und einige sehr betagte Damen und Herren. Bis auf die Kleinkinder hatten alle eine Gemeinsamkeit.  < große Gläser in der Hand >. Wie sagt man : „der Pub ist des Iren Wohnzimmer “ Hier traf dieser Spruch zu 100 % zu. Livemusik ergänzte die tolle Atmosphäre und so kamen wir dann auch noch in den Genuß, den Klassiker „Dirty old Town“ erstmals live zu hören.

Tag 2 begann mit 

der „Ramme“ , die wir uns selbst zugefügt hatten. Das lag einerseits am Inhalt der großen Gläser und andererseits an dem noch nicht ausgesprochenen Rauchverbots in Irland.  Ein Englisch anmutendes „Irisches Frühstück“ der Bed & Breakfast Pension brachte den Akku wieder auf Betriebstemperatur. Das war auch nötig, denn Franz wollte mit uns eine Wanderung machen. Ziel war der nahe Rossbeigh Beach bei Glenbeigh.

Am Fuss des  Seefin-Mountain parkten wir den Ford am Strand und zogen bei Flut und steifer Brise los. Der Rossbeigh Beach ragt wie ein Finger in die Dingle Bay. Die Wanderung führte uns vorbei an den Überresten eines alten Bootes und an wild blökenden Schafen. Für Thomas hatte Franz eine Angel besorgt ( wahrscheinlich in der Hoffnung, dass man das Lunchpaket des nächten Tages aufpeppen könnte ) Der Lachs aus dem Discounter schmeckte übrigens ausgezeichnet. . . .

Nach so viel Frischluft statteten wir dem Pub am Beach ( Ross Inn ) einen kurzen Besuch ab. Die Tour hieß schließlich Guinness-Tour . Den Rest des Samstag´s verbrachten wir dann mit der Erkundung der lokalen Gegend rund um Glenbeigh. STOP am Black Water River, STOP am nahen Carragh Lake und ein STOP am Golfplatz des Ortes. Wer kommt schon mal in den Genuß , ein GRÜN betreten zu dürfen. Während der Fahrt bekamen wir einen Intensivkurs in Sachen „Schanklizensen“ und hörten uns lachend die Story eines auf einer Auktion ersteigerten Esel´s an.

Black Water River

                                  

Carragh Lake   &   Loch 2

            

Der Abend endete dann im völlig erwartet im Towers . Dort belegten wir zwei Tische der Größe eines Kindergartentisches und bestellten „große Gläser “ und Burger . Die folgenden Stunden wurden erneut von einem irischen Barden musikalisch begleitet. Das „Dirty old Town “ durfte dabein natürlich nicht fehlen  Die Gäste des Abends waren wieder ein Generationenmix aus Alt und Jung. Vor allem die Alten waren unserer Meinung nach stark vertreten. Wie sich später herausstellte waren 3 der betagten Herren auf dem Foto Priester der Gegend. ( das Bild ist übrigens mein perönlicher Favorit unter meinen Schnappschüßen dieser Tour )

Der Abend endete dann mit einem sehr überraschendem Ende. Zumindest für uns . Der Barde stimmte als Zugabe die Melodie der irischen Hymne an und konnte sein Mikro abschalten. Thekengäste standen ja schon; alle anderen standen auf und gemeinsam sangen dann alle lauthals die Zugabe. Wir schauten staunend in die Runde und genossen die Atmosphäre. Erstaunlicherweise leerte sich der Schankraum dann unmittelbar im Anschluß . Besonders in Erinnerung  blieb uns der vollkommen betrunkene „alte Mann“ im schwarzen Anzug.

Er schnappte sich sein Fahrrad und schob schwankend in die Nacht . .

Radfahrer haben es

schwerer als Busreisende. An einem Steilstück des Ring of Kerry hatten wir den schon früh morgens gestarteten Radfahrer überholt. Nicht den „alten Mann“ , sondern den deutschen Alleinreisenden , den wir am Vorabend im Towers kennengelernt hatten. Das Rad des Alten hat sicherlich noch nie die Grenzen des Ortes verlassen. :- )

Über Kells und Casherveen kamen wir näher an die Westküste der Kerry Halbinsel. Von Portmagee konnten wir auf das benachbarte Valentina Island schauen . Franz erklärte uns, dass von dort aus das erste Transatlantikkabel von Europa nach Neufundland gelegt wurde. Wir blieben aber auf dem Festland und fuhren weiter entlang der Küstenstrasse. Von dort aus sah man zwei spitzförmige und nah beieinander liegende Inseln am Horizont.


Die Skelligs.

Die beiden Inseln sind ~ 12 km vom Festland entfernt. Eine davon beherbergt noch heute eine der weltgrößten Basstölpelkolonien. Auf der anderen ist ein Kloster, dessen Ursprung bis ins Jahr 588 reichen soll. Wir beschlossen die Inseln sich selbst zu überlassen, denn lt. unserem Reiseführer soll es dort keinen Pub geben. Denn nach all der Kultur war es unserer Meinung nach so langsam an der Zeit für ein großes Glas.

Zuvor besuchten wir noch eine Pralinenwerkstatt , die man von außen kaum als solche erkennen konnte. Jedenfalls soll diese Minifabrik mit Meerblick der Haus & Hoflieferant der Royals aus London sein. Wir nahmen die Chance war und kauften für die daheimgebliebenen Frauen eine Überdosis Kalorien.

Über Waterville ( Charly Chaplin hat in diesem Nest öfter seinen  Urlaub verbracht. Zur Belohnung hatte man Ihn eine Bronzestatue auf die Promenade gestellt. Es gibt wohl keinen Touribus, der dort nicht anhält und dessen Gäste sich dann mit dem kleinwüchsigen Komiker ablichten  ) kamen wir dann in der Nähe von Catherdaniel zum Derrynane House -National Historic Park.  Im Park wurden dann die Lagen mit Lachs geöffnet . Dazu gab es Brot und Dosenbier.

     

Nach dem “ lecker Essen “ ging es kurz an den Strand und anschliessend weiter in Richtung Sneem . Das Wetter wurde übrigens von Tag zu Tag besser. Noch am Morgen schüttete es Cats & Dogs vom Himmel herab. Fragt mal den Radfahrer  . . . . . .

Und genau den haben wir am Nachmittag des gleichen Tages in Sneem wiedergetroffen. Wo ? Natürlich im dörflichen Pub.

Das Bild des Pubs stammt natürlich aus 2003 . Das Google 7 Jahre später schon halb Europa fotografiert haben würde und das man mit Hilfe des Tools virtuell an die Plätze einer Reise zurückreisen könnte, hätte man damals sicherlich noch als Science Fiction abgetan.

Wir fuhren nach der Stärkung dann weiter in Richtung Killarney. Der Rastplatz am Ladies View gab einen schönen Blick auf den Killarney Nationalpark frei. Am letzten Tag der Reise sollten wir diese Gegend wesentlich intensiver kennenlernen dürfen. Dazu später mehr …..

Gleiches galt für Ross Castle ( eine Festung aus dem 16. Jahrhundert ) und den Lough Lane ( der größte See der Gegend ) bei Killarney. Auf dem Weg hatten wir aber noch einen weiteren Break am Torc Waterfall.

             

Where is Dick Mack´s ?

„Dick Mack´s is opposite of the Church . And where is the church ?
Opposite Dick Mack´s “

So oder so ähnlich lauten die Antworten der Dingle Lokalisten wenn man nach dem schönsten Pub der Weltfragt ( zumindest kenne ich keinen schöneren ) Diese und weitere Erklärungen zu möglichen „Kneip-Kur-Aufenthalten“ in Dingle  hatte uns Franz während der Anfahrt zur Dingle Halbinsel erläutert. Diese liegt nördlich der Kerry Halbinsel und bietet atemberaubende Ausblicke entlang der Küstenstrasse.

Aber zurück zu Dingle. Der Ort erfüllt jedenfalls alle Voraussetzungen für die Durchführung einer Guinness Tour. Allein in der Nähe des Hafens sind diverse Pubs mit Wohlfühlfaktor . Für einen der Pubs  hatten wir einen Gutschein für ein „freies Essen“ unserer Wahl von Franz erhalten. Und wegen der Hafennähe gab es reichlich Fisch zur Auswahl. Aber noch besser als der Hauptgang war die Suppe. Wer einmal in Irland eine gute Fischsuppe gegessen hat, der weiß wovon ich spreche . . .

   

Wir verbrachten den Rest des angebrochenen Abends mit einer Kneip-Tour . Allerdings sind die Details des Abends bis auf rudimentäre Erinnerungen an eine Skatrunde verblaßt. Ganz im Gegenteil zum Abend des Folgetages. Dieser ist mir so in Erinnerung,  als wäre es gestern gewesen. Der Tag der 12 Pints  ( gut 22 % des Wochenkonsums an einem Tag ! ! ) begann relativ harmlos mit dem Besuch eines Aquariums a´ la SeaLife. Besonders beeindruckend war dort ein riesiges Becken welches sich Haie, Korallenfische, Rochen und Schildkröten teilen. Man stand vor einer gut 8 Meter hohen Glasfront und konnte die Tiere in einem fast natürlichen Umfeld beobachten.

Nach dem lebendigen Fisch gab es im Ort dann einen Boxenstop in einem Pub und als zweites Frühstück einen Snack in Form einer weiteren Fischsuppe. Dazu orderten wir die ersten Pints Murphy´s und Carlsberg. Im Pub ließen wir uns dann spontan Papier, Stifte und eine leere Weinflasche mit Korken geben.  Doch was auch immer wir damals auf der Botschaft niedergeschrieben hatten, eine Antwort haben wir leider nie erhalten. Die Pulle hatten wir bei der anschliessenden Kutterfahrt in der Dingle Bay dem Atlantik übergeben. Eigentlicher Grund der „einstündigen“ Kutterfahrt war nicht vorrangig die Flaschenpost, sondern eher die Mär um den Delphin Fungie. Dieser soll seit fast 30 Jahren in der Bucht leben .

      

Statt Fische zu fangen, ködern die Skipper des Ortes Tausende von Touristen mit der Chance, den Delphin aus direkter Nähe zu sehen. Für den seltenen Fall, dass „the BigFish“ sich nicht sehen läßt, würde der Preis des Törns zurückererstattet.  So zumindest werben die diversen Gesellschaften an der Mole. Ich wette, dass Fungie von der Ortsmarine drogensüchtig gemacht wurde und das nicht verkaufte Fischsuppen als Lockmittel ein Auftauchen garantieren. Wie auch immer; wir konnten die Pulle wassern, hatten atemberaubende Blicke auf die Küste und als Zugabe kam dann auch noch Flipper.

Zurück an Land stöberten wir ein wenig in den Touri-Shops Dingles und betätigten uns als nächstes sportlich. Hannie Agnes´s Schankraum bietet neben der Auswahl an diversen Stout´s und Ale´s die Möglichkeit , Pool spielen zu können. Beide Angebote nahmen wir an und sorgten damit am Nachmittag für ein nicht geplantes Umsatzplus des Restaurateurs (wiki).

Nach dem Pool ging es dann die Strasse rauf in den „schönsten Pub der Welt “ Der Pub hat links und rechts der Eingangstür zwei Schaufenster mit Auslagen, die eher an ein Schuhgeschäft, als an einen irischen Pub erinnern. Einzig auffällig sind die, vor dem Pub im Gehweg eingelassenen Messingplatten, auf denen die Namen von bekannten Schauspielern wie Sean Connery, Robert Mitchum, and Julia Roberts zu lesen sind. Robert Mitchum war wie die anderen als Gast im Pub; allerdings nicht als Urlauber, sondern als Schauspieler. Der mit einem Oskar ausgezeichnete Film Ryan´s Daughter wurde 1970 auf der Dingle Halbinsel gedreht. Wie Mitchum waren Anfang der 90er auch Tom Cruise und Nicole Kidman bei Drehpausen zum Film Far and Away ( In einem fernen Land ) im Pub. Ach ja; wir waren auch da.

Der äußere Eindruck bzgl. des Schuster oder- Schuhgeschäftes setzte sich innen fort. Allerdings nur auf der linken , bzw. auf der Stirnseite des Raumes. An den Wänden stehen Regale mit Schuhen und Stiefeln, Kästen mit Absätzen und Nägeln und sonstigem Zubehör eines Schusters. Vor der Regalwand ist ein Tresen, an dem man heutzutage davor und dahinter an Barhockern sitzen kann. Wenn man an der immer noch vorhandenen Granitplatte am Tresenende sitzt, fühlt man sich fast selbst wie Dick Mack´s . Sein Abbild ist auf Öl festgehalten und hängt gerahmt auf der „Schusterseite“ des Raums.

Rechts von der Tür steht ein Tresen der Extraklasse.

Bilder sagen allerdings mehr als Worte :

Im Pub waren nicht wirklich viele Gäste an diesem Abend . Ein paar amerikanische Touristen , ein Schotte namens Noal und ein paar Regulars ( Stammgäste )  aus dem Dorf. Mittig des Tresens saß ein untersetzter grauhaariger Ire, der mit einer Akustikgitarre in die Bar kam. Jetzt könnte man meinen, dass er als Verbündeter des Wirtes den Touri´s ein paar irische Volkswaisen spielen solle, um den ansonsten schwachen Umsatz des Mittwoch Abends ankurbeln. Aber statt dessen bestellte er sich Whiskey pur und machte keine Anstalten die Klampfe zu benutzen.

Ein „Alter“ aus dem Dorf und eine „mittelalte“ Singledame ( Sie war wirklich keine Schönheit .. ) tranken in gleicher Frequenz wie wir.

Schnell wurden Dirk & Dirk in die Gespräche unter den Gästen eingebunden. Mit zunehmender Anzahl der „grossen Gläser“ lockerte sich die mittlerweile an´s Englisch gewohnte Zunge. Ich selbst erzählte den Iren irische Witze über Säufer und andere Gestalten . Die Schönheit machte sich im Gegenzug über uns Deutsche lustig.

Die Welt sei vollkommen verrückt geworden ……
Der beste Golfspieler der Welt sei ein Farbiger. ( Tiger Woods )
Der beste Rapper der Welt sei ein Weißer ( Eminem )
Und die Deutschen wollen nicht in den Krieg ziehen ( Irak )
Kein traditioneller,  aber ein typisch irischer Witz mit Tiefsinn.

Wir nahmen es mit Humor und hätten heutzutage mit folgendem Joke gekontert.
A blonde woman is filling a credit card application form :

Name : <<<<<<<<Rebecca Nelson
Date of birth: <<<<12/12/1982
Sex: <<<<<<<<<<<twice a day